Bayer: Der Ärger um Glyphosat ist noch nicht ausgestanden

Datum 29. 06 2021

Der Ärger um Glyphosat und PCB ist noch nicht ausgestanden: Vorsorglich hat der Konzern im zweiten Quartal weitere 4,5 Milliarden Dollar vor Zinsen und Steuern für künftige Klagen zurückgestellt. Bislang hatte Bayer knapp zwei Milliarden Dollar vorgesehen. Für die insgesamt 125 000 aktuellen Klagen, von denen noch 30 000 offen sind, hatte Bayer 9,6 Milliarden Dollar angesetzt. Damit würde sich dann die finanzielle Last durch Glyphosat auf gut 16 Milliarden Dollar belaufen.

Es gibt auch ein zweites Szenario. Im August will der Konzern den Antrag auf Überprüfung des Hardeman-Falls beim Supreme Court einreichen. Falls er den Fall annehme, sei eine endgültige Entscheidung "vermutlich für das Jahr 2022 zu erwarten". Bayer hofft auf eine für sich günstige Entscheidung des obersten Gerichts in Bezug auf übergreifende rechtliche Aspekte. Hätte Bundesrecht Vorrang vor Landesrecht, so sieht das der Konzern, hätten sich die meisten Klagen erledigt. Sollte das Gericht den Fall annehmen, werde sich Bayer in den kommenden Monaten nur "sehr selektiv" auf Vergleiche einlassen und "keine weiteren Vergleichsverhandlungen" mehr führen.

"Wir müssen die Unsicherheit vom Konzern nehmen", sagte Baumann in der Telefonkonferenz: "Wir müssen die Rechtsstreitigkeiten hinter uns lassen." Mit der Ankündigung vom Donnerstag präzisiert der Konzern einen Fünf-Punkte-Plan, den er Ende Mai vorgelegt hatte. Von 2023 an will Bayer auf dem US-Markt privaten Nutzern nur noch glyphosat-freie Produkte anbieten. Der genaue Zeitpunkt hänge von der Prüfung durch die Umweltbehörde EPA und weiteren Behörden ab. Mit der EPA will der Bayer auch darüber diskutieren, die Informationen auf den Etiketten zu erweitern.

Quelle: www.sueddeutsche.de/wirtschaft/bayer-glyphosat-pcb-giftstoffe-monsanto-1.5367755

Trotzdem sind die Glyphosat-Preise bei uns auf einem 10-Jahres-Hoch, aktuell 3,99 / Liter inkl. 20% MwSt. für DURANO TF von Bayer (Pfl.Reg.Nr. 3526-904)